Der 1886 gegründete Gesangverein pflegt die Gemeinschaft und fördert die musikalische Vielfalt. Neben der Bewahrung kulturellen Erbes engagiert sich der Verein für die Dorfgemeinschaft und bereichert das kulturelle Leben des Ortes. Nach der Corona-Pandemie wurde eine neue Chorleitung gesucht, wodurch sich das Engagement für die Integration ukrainischer Geflüchteter intensivierte. Mit Ivan Bohdanov konnte ein kompetenter Chorleiter gewonnen werden, der Freude an gehobener Chorliteratur und innovativen musikalischen Ansätzen mitbringt. Ziel ist es, neue Wege zu beschreiten, sich im Vereinswesen hervorzuheben und Menschen für das Vereinsleben zu begeistern. Erfahrungen werden gerne mit anderen Vereinen geteilt und Unterstützung angeboten.
Aus der Chronik zum 125 - jährigen Vereinsjubiläum
... zum 125-jährigen Vereinsjubiläum - zusammengetragen und verfasst von Helge
Braunroth.
125 Jahre Chorgesang Münster
Unser Jubiläum war keineswegs Folge eines über 125 Jahre
lückenlos dokumentierten Vereinsgeschehens.
Es basierte vielmehr auf den von den damaligen Vorständen
festgelegten Jubiläumsfeiern von 1961 und 1986
sowie den unter Karl Otto Unruhs Federführung entstandenen Festschriften.
Schon allein das Gründungsjahr unseres Vereins
war offensichtlich nicht mehr feststellbar. Laut Pfarrchronik
fing der Chorgesang in Münster an,
als 1883 der 400-jährige Geburtstag Martin Luthers gefeiert wurde.
Damals trafen sich unter Leitung des Ortspfarrers Weber
„Alle Sangesfreudigen Gemeindeglieder“ zu einem
großen viertstimmigen gemischten Chor,
wobei laut Chronist das große Gloria,
„von etwa 45 frischen Bauernstimmen gesungen,
eine wahrhaft überwältigende Wirkung hatte.“
Der sangeskundige Pfarrer muss mit seiner Liebe
zur geistlichen Madrigalmusik eine ansteckende Wirkung
auf die Sangesfreude der Münsterer ausgeübt haben,
denn 1895 versammelten sich Kirchengemeinde,
Veteranen des Kriegervereins, Gesangverein und Schuljugend
zum Andenken an den deutsch-französischen Krieg 1870/1871
unter der Friedenslinde vor der Kirche zu Ansprache und Gesang.
Bis zum Kriegsbeginn 1914 schwangen nach dem
Ortsgeistlichen mindestens drei weitere Dirigenten den Taktstock,
ehe es durch den Ersten Weltkrieg (1914-1918)
zur unfreiwilligen Unterbrechung der Vereinstätigkeit kam.
