2026
Stand:
Von: Jutta Schuett-Frank, Gießener Anzeiger
KommentarDer Chor begeistert die zahlreichen Gäste mit seinem Auftritt. © Jutta Schütt-frank
Das Konzert „Gloria Universales" vereinte Musik, Glaube und Wissen. Viktoria Bohdanova und der Chor „Alis Canticum" ernteten tosenden Applaus.
Laubach – Das Konzert „Gloria Universales“ lud zu einer einzigartigen musikalischen Reise ein, die von tiefgründigen Texten begleitet wurde. Im Mittelpunkt standen bewegende Vorträge über die Verbindung von Musik, Glaube und Wissen, die das Publikum zum Nachdenken und Staunen brachten. Heinz Sodtke bestach als Sprecher mit seiner Stimme und den entsprechenden Interpretationen.
Die musikalischen Darbietungen waren eingebettet in einen glanzvollen Jubelgesang, der die Kraft und Schönheit universeller Harmonie feiert.
Die Künstlerinnen und Künstler schafften eine Atmosphäre, in der Spiritualität und Erkenntnis durch Musik erfahrbar wurden. Texte und Melodien verschmolzen zu einem Fest der Sinne, das gleichermaßen Herz und Geist berührte. Dieses Konzert war mehr als ein musikalisches Erlebnis – es ist eine Hommage an die universelle Bedeutung von Gloria, getragen vom strahlenden Klang und bewegenden Worten.
Im ersten Teil des Konzertes in der katholischen Kirche setzte Viktoria Bohdanova als Sopranistin wundervolle Akzente und sie wurde von Lena Meyer am Klavier begleitet. Sie sang die Texte mit einer Leichtigkeit, und bei „Freuet Euch“, „Der freundliche Tag leuchtet“ und „Du Krone der Jungfrauen“ spürte man eine Gänsehaut, ebenso bei dem „Alleluja“.
Nach einer großen Welle des Applauses sang der Chor „Alis Canticum“ von der Harmonie Münster e.V. Alle standen sie unter der Dirigentschaft von Ivan Bohdanov, der 1985 in der Ukraine geboren wurde. Er studierte Chor und Orchester und arbeitet derzeit als Chor- und Orchesterleiter, Dozent, Komponist und auch als Bundeschorleiter. Mit Empathie, Freude und guter Laune vermittelt er seine Konzertideen und Klangvorstellungen. Dies war am Sonntagabend wahrlich zu spüren.
Im zweiten Teil des Konzertes waren Viktoria Bohdanova und Andrea Aller die beiden Sopranistinnen und es war glanzvoll. Die Gäste lauschten von „Gloria in excelsis Deo“ über „Qui sedes“ bis zu „Cum sancto spiritu“. Der Applaus wollte nicht mehr enden, denn es war ein genussreicher Abend, und Antonio Vivaldi hätte gerne mitapplaudiert.
Wer gerne bei dem ambitionierten Laienchor mitsingen möchte, ist herzlich eingeladen: montags, 20.15 bis 22 Uhr, im Evangelischen Gemeindesaal Laubach.
Foto Jutta Schütt-Frank
2025
Gießener Anzeiger,
Von: Jutta Schuett-Frank
Der Chor Alis Canticum feierte die erfolgreiche Premiere von Gloria Universalis. Das Publikum dankte mit Standing Ovations.
Der Chor Alis Canticum und das Orchester Camerata Mittelhessen, der Harmonie Münster e.V., luden zur Premiere von Gloria Universalis ein.
Unter der musikalischen Leitung von Profidirigent Ivan Bohdanov begann das Konzert mit der Motette von Mozarts Exsultate Jubilate.
Gesungen von der Sopranistin Viktoria Bohdanova. Beginnend mit der Arie Exsultate Jubilate Recitativo, gefolgt von Tu Virginum Corona und zum Abschluss das Alleluja.
Die Sopranistin verzauberte das Publikum mit ihrer brillanten, facettenreichen Stimme und durch ihren ausdrucksstarken Gesang und bekam tosenden Applaus dafür.
Im Anschluss sang der Chor das Abendlied von Josef Gabriel Rheinberger, welches in Teilen sechsstimmig gesungen wird. Eine klangliche, harmonische Entwicklung entsteht hierbei durch sich in jeder Stimme wiederholende Anfangstakte, die eine Entwicklung des Chores bis zum Höhepunkt steigern lassen. Es folgte das Gloria von Vivaldi für Chor, Solistinnen und Orchester.
Umrahmt wurde das ganze Konzert durch die Lesungen von Heinz Sodke. Warme Lichtquellen erhellten im Hintergrund die Kirchenmauern. Die beiden Solistinnen Viktoria Bohdanova und Svetlana Korma sangen ausdrucksstark, emotional und voller Hingabe ihre Soli.
In 20 Proben erarbeitete der Chor sein zweites Projekt. Das Verstehen der barocken Musik war dabei immer wieder Bestandteil der Proben. Der Wechsel von festlichen und zarten Sätzen, mit langsamen und sehr schnellen Rhythmen und kniffeligen Passagen war teilweise eine Herausforderung für den Chor, der er sich gerne gestellt hat. Dem Chor Alis Canticum gelang die Premiere des Gloria und die Freude war groß. Er konnte das Publikum mit seinem Vortrag des Gloria überzeugen.
Überzeugend war auch das Debüt des Orchesters Camerata Mittelhessen. Mit Dynamik, Harmonie und Hingabe spielte es die beiden Werke. Besonders hervorzuheben wäre hier die Sopranarie Domine Deus, mit Oboensolo gespielt von Volker Bilz. Ein gelungener Abend mit einem sehr zufriedenen Publikum, welches in Standing Ovations gerne seinen Applaus schenkte. Das musikalische Gesamtkonzept von Chor und Orchester liegt weiterhin in den Händen von Profidirigent Ivan Bohdanov.
Was eine schöne Mitsommerparty - TonArt - Hungen
SchlossAkkord 2025: Danke an Alis Canticum und an unser Publikum!
SchlossAkkord: Höhepunkt, große Musik, Auf-den-Punkt-Konzentration, Freude, Freunde und anschließend entspannte Genugtuung bei Würstchen und Wein - all das ist unser Sommerkonzert für uns TonArtisten. Für unseren Chorleiter Jochen wohl auch, da sind wir mal sicher. So feiern wir sie am liebsten, unsere Mittsommerparty.
Und wie war es für Sie, für Euch, liebe Besucher, liebes Publikum? Wir wissen es ja nicht so genau; sind uns aber sicher, dass jedenfalls wir eine Bestleistung abgeliefert haben, um unserer Zuhörer zu erfreuen. All die sehr freundlichen, teils überschwenglichen Komplimente und Kommentare hinterher und den riesigen Applaus nehmen wir jetzt einfach mal für bare Münze. Nicht weil wir es unbedingt glauben wollen, sondern weil wir hoffen und erwarten, dass man es uns auch dann sagt, wenn wir mal daneben gelegen/gesungen haben. Soll ja vorkommen...
Also: Danke, liebes Publikum! Vor allem für die Welle der Wertschätzung, die wir schon beim Singen spüren, und die uns als Sänger trägt. Und natürlich Danke an unsere Gäste, an den noch sehr jungen Chor "Alis Canticum" aus Münster. Ihr wart eine Bereicherung, wow! Es hat Spaß gemacht, euch zuzuhören und zu erleben - auch ein Teil des Gesamtkunstwerks "SchlossAkkord". Schön auch, dass viele von euch noch zur After-Show geblieben sind.
Stand:
»TonArt Hungen« und »Alis Canticum« zeigen eindrucksvoll ihr großes Können im Hungener Schloss.
Hungen (red). Erwartungen getroffen, Versprechen eingelöst: Auch in diesem Jahr war der »SchlossAkkord« des Chores »TonArt Hungen« wieder ein musikalisches Fest, gleichzeitig eine gesellige Mittsommer-Party bei herrlich mildem Klima im Hungener Schloss. Woran auch die Gäste von »Alis Canticum« aus Laubach-Münster ihren gehörigen Anteil hatten.
Mit dem Motto »This is my father’s world« sollte das Konzert zu »Einigkeit und Verständigung in Vielfalt« aufrufen.
Der Jahres-Höhepunkt von »TonArt Hungen« war wie in den Vorjahren zweigeteilt, der Start erfolgte in der katholischen Kirche St. Andreas. Dort zeigten die Münsterer gleich mit ihren ersten Stücken, wie gut der ukrainische Dirigent Ivan Bohdanov den Chor in nur zwei Jahren zu einem harmonischen Ensemble geformt hat. Saubere Intonation, transparenter Klang und gefühlvoller Ausdruck zeichneten ihren Vortrag aus. Selbst in den Männer-Lagen - obwohl wie bei so vielen Chören rein zahlenmäßig dünner besetzt - wurde nichts vermisst.
Das Friedenslied »This is my song« auf der Melodie von Jean Sibelius eröffnete den Abend, gefolgt von zwei Stücken von Johannes Brahms und dem schottischen Traditional »Loch Lomond«. »Alis Canticum« bewies Reife auch in steierischer Mundart: »Trag mi, Wind« mit seinen tröstenden Worten berührte das Publikum sehr.
Norwegische, schwedische und spanische Komponisten mit lateinischen Texten hatte »TonArt Hungen« in seinem geistlichen Repertoire. Einen interessanten Vergleich boten zwei Versionen des »Laudate Dominum«, einmal von Knut Nystedt, einmal von Josep Vila. Gemessen am Applaus erreichte die kraftvolle spanische Version die höhere Publikumsgunst. Äußerst anspruchsvoll dann »Die mit Tränen säen« von Heinrich Schütz: Hier lieferten der Chor und sein Chorleiter Jochen Stankewitz tatsächlich ein Meisterstück ab, insbesondere in einer Interpretation, die die Textpassagen zu Freude und Leid musikalisch äußerst bildhaft umsetzte.
Ein Schmankerl der besonderen Art war der Abschluss in der Kirche. »TonArt« zelebrierte ein »Kyrie« - so weit normal. Allerdings: Im Wechsel mit Walgesängen! Die Aufnahmen aus der Natur und das Arrangement von Enjott Schneider legten nahe, dass Musik im ganzen Universum zu Hause ist. Und dass Mensch und Tier auf diesem Feld sehr wohl harmonieren können - zur großen Freude der begeisterten Zuhörer.
Im Schlosshof startete die zweite Halbzeit wieder mit »Alis Canticum«, nun wurde es richtig bunt und international. Amerikanisch, israelisch, georgisch erklang bekannte (»Lullaby«, »El Haderech«) und weniger bekannte Folklore. Der Stimmungs-Funke sprang über.
Und wurde gleich von »TonArt« weiter befeuert. Nach einer baskischen Begrüßung (»Agur jaunak«) zeigte der Chor, dass er auch deutsches Volkslied kann - allerdings TonArt-gemäß in frischen, modernen Arrangements, wie bei »Muss i denn zum Städtele hinaus« oder bei »Horch was kommt von draußen rein«.
Die Stimmung wurde auch auf Bulgarisch angeheizt, »Posakala mila mama« mit dem Vokalsound von Dudelsäcken riss die Zuhörer ebenso mit wie der schmissige amerikanische Song »Nelly Bly«. Dazwischen die Titelhymne »This is my father’s world«, eine Ode an die Schönheit der Welt und die Macht des Herrn. Man hörte: »TonArt« beherrscht das heitere Genre genauso sicher wie das sanfte, getragene.
Bevor es mit Abendliedern zum Abschied ging, erklang ein weiterer Höhepunkt in Form des Welthits von Simon and Garfunkel »Bridge over troubled water«. Der kunstvoll verwobene Satz von Audrey Snyder fordert einem Chor alles ab, Melodie, Rhythmus und Background phrasieren durch die Stimmlagen - »TonArt« überzeugte mit Präzision und Gefühl. Beide Chöre wurden mit anhaltendem Applaus belohnt - und eine wohlige Euphorie klang bei Wein und netten Gesprächen im Schlosshof noch lange nach.
Der Chor »Wilni« bei seinem Auftritt. Foto: Schütte © Schütte
Stand:
Hungen (pm). Erwartungen getroffen, Versprechen eingelöst: Auch in diesem Jahr war der »SchlossAkkord« des Chores »TonArt Hungen« wieder ein musikalisches Fest, gleichzeitig eine gesellige Mittsommer-Party bei mildem Klima im Hungener Schloss. Woran auch die Gäste von »Alis Canticum« aus Laubach-Münster ihren Anteil hatten. Mit dem Motto »This is my father’s world« sollte das Konzert zu »Einigkeit und Verständigung in Vielfalt« aufrufen.
Der Jahres-Höhepunkt von TonArt war wie in den Vorjahren zweigeteilt, der Start erfolgte in der katholischen Kirche St. Andreas. Dort zeigten die Münsterer mit ihren ersten Stücken, wie gut der ukrainischer Dirigent Ivan Bohdanov den Chor zu einem harmonischen Ensemble geformt hat. Saubere Intonation, transparenter Klang und gefühlvoller Ausdruck zeichneten ihren Vortrag aus. Selbst in den Männer-Lagen wurde nichts vermisst. Das Friedenslied »This is my song« eröffnete den Abend, gefolgt von zwei Stücken von Brahms und dem schottischen Traditional »Loch Lomond«.
Alis Canticum bewies Reife auch in steierischer Mundart: »Trag mi, Wind« mit seinen tröstenden Worten berührte das Publikum sehr. Norwegische, schwedische und spanische Komponisten mit lateinischen Texten hatte TonArt in seinem geistlichen Repertoire.
Einen interessanten Vergleich boten zwei Versionen des »Laudate Dominum«, einmal von Knut Nystedt, einmal von Josep Vila. Gemessen am Applaus erreichte die kraftvolle spanische Version die höhere Publikumsgunst. Äußerst anspruchsvoll »Die mit Tränen säen« von Heinrich Schütz: Hier lieferten Chor und sein Leiter Jochen Stankewitz ein Meisterstück ab, insbesondere in einer Interpretation, die die Textpassagen bildhaft umsetzte. Ein Schmankerl der besonderen Art war der Abschluss in der Kirche.
TonArt zelebrierte ein »Kyrie« im Wechsel mit Walgesängen. Die Aufnahmen aus der Natur und das Arrangement von Enjott Schneider legten nahe, dass Musik im ganzen Universum zu Hause ist. Und dass Mensch und Tier auf diesem Feld sehr wohl harmonieren können - zur großen Freude der Zuhörer.
Im Schlosshof startete die zweite Halbzeit wieder mit Alis Canticum, nun wurde es richtig bunt und international. Amerikanisch, israelisch, georgisch erklang bekannte (»Lullaby«, »El Haderech«) und weniger bekannte Folklore. Der Stimmungsfunke sprang über. Und wurde von TonArt weiter befeuert. Nach einer baskischen Begrüßung (»Agur jaunak«) zeigte der Chor, dass er auch deutsches Volkslied kann - allerdings in frischen, modernen Arrangements, wie bei »Muss i denn zum Städtele hinaus« oder bei »Horch was kommt von draußen rein«.
Dier Stimmung wurde auch auf Bulgarisch angeheizt, »Posakala mila mama« mit dem Vokalsound von Dudelsäcken riss die Zuhörer ebenso mit wie der schmissige amerikanische Song »Nelly Bly«. Dazwischen die Titelhymne »This is my father’s world«. TonArt beherrscht das heitere Genre genauso sicher wie das sanfte, getragene. Bevor es mit Abendliedern zum Abschied ging, ein weiterer Höhepunkt in Form des Welthits von Simon and Garfunkel »Bridge over troubled water«.
Der kunstvoll verwobene Satz von Audrey Snyder fordert einem Chor alles ab, Melodie, Rhythmus und Background phrasieren durch die Stimmlagen - TonArt überzeugte mit Präzision und Gefühl. Beide Chöre wurden mit anhaltendem Applaus belohnt.
Der Chor »Offbeat« beim gemeinsamen Auftritt mit dem Projektchor des Gastgebers. Foto: Schu © Schu
Gießener Anzeiger vom 2.7.2025-
Pohlheim (jüs). Langanhaltenden und frenetischen Applaus erhielten die Mitwirkenden am Sonntagabend beim 90-minütigen Konzert »Botschaften des Friedens«, zu dem der Gesangverein »Eintracht Adam Isheim« Grüningen in das dortige evangelische Gotteshaus eingeladen hatte. Viele Texte, das Konzept und die musikalische Gestaltung zu diesem Konzert hat der aus der Ukraine stammende Chorleiter des Grüninger Gesangvereins, Ivan Bohdanov, geschrieben und übernommen.
Für diesen Event hatte der Veranstalter eigens einen Projektchor ins Leben gerufen, der zusammen mit dem Chor »Offbeat« den Startschuss für ein begeisterndes Konzert gab. Wie ein roter Faden zog sich als tiefste Botschaft der Ruf nach Frieden durch das kurzweilige Programm.
Zwischen den vorgetragenen Blöcken gab es von Pfarrerin Jutta Martini und Martin Noack Erzählungen über einen Außerirdischen, der auf der Erde landete und als Friedensforscher so manche Fragen stellte, die dazu einluden, einen Moment Stille zu halten und nachzudenken, nicht als Deutscher oder Europäer, sondern als Mensch, der für die Menschheit verantwortlich ist. Dabei stand die Hoffnung auf ein friedliches, gerechtes Zusammenleben auf der Erde im Mittelpunkt.
Krieg, ein Phänomen, das nirgendwo sonst in unserem Universum existiert. Mit Neugier machte er sich auf die Suche nach Antworten, warum die intelligenten Wesen der Erde in Konflikte verstrickt waren, obwohl sie so viel Leid und Verlust erlitten. Nach Gesprächen mit einem Soldaten, einem Politiker, einer Frau und einem Kind sowie einem Soldaten auf einem Schlachtfeld, der für sich und seine Kameraden betete, dass endlich der Tag kommen sollte, an dem der Krieg endet. Der Soldat abschließend: »Die Welt ist komplizierter als man das mit einfachen Worten ausdrücken kann.«
Sehnsucht nach der Heimat
Nach dem Eröffnungslied »We are the world« folgte die Begrüßung durch Britta Hansmann und Ivan Bohdanov, dem sich vom Chor »Offbeat/Projektchor« »Irgendwas bleibt« (Silbermond) und »Give peace a chance« (Plastic Ono Band) anschloss. Intoniert wurde vom ukrainischen Chor »Wilni« unter Leitung von Ivan Bohdanov »Oh Berg, mein Berg« (Wersche mij Wersche), ein traditionelles Lemko-Lied über die Sehnsucht nach der verlorenen Heimat und der unbeschwerten Jugend, es wurde zum Symbol für Schmerz und Erinnerung nach der Vertreibung der Lemken.
Aufgeführt wurde auch »Dort bei der Pappel« (Bilya Topóli), bei dem es über Liebe und Sehnsucht an einer Pappel ging - der Baum symbolisiert Treue und stille Hoffnung. Dem folgten die Liedvorträge »Blume-Seele« (Kvitka-Duscha) und »Es gibt Hoffnung« (Nadija Je), ein Lied voller Zuversicht und innerer Stärke.
Der Chor »Wilni« musste in kleiner Minimalbesetzung auftreten, da zwei ihrer Sängerinnen kurzfristig abreisen mussten, um ihre Enkel in der Ukraine zu beerdigen, die im Krieg ums Leben gekommen sind, wie Chorleiter Bohdavov hervorhob.
Das Grüninger »Duo Dreißig 04« mit Fabienne und Steffi Zöller brachte »Imagine« (John Lennon), »Ein bisschen Frieden« (Nicole), »The Rose« (Bette Midler) zu Gehör. Stürmischen Applaus erhielt Viktoria Bohdanova, Ehefrau des Grüninger Chorleiters, für ihren musikalischen Vortrag »Six day war« (Colonel Bagshot).
. Mit »Kinder an die Macht« (Herbert Grönemeyer), »One Love« (Bob Marley) leitete der Chor »Offbeat/Projektchor« das Finale des überaus gelungenen Konzertes ein. Mit allen Mitwirkenden wurde gekonnt und mit Bravour »This is my song/Finnlandia« (Jean Sibelius) zu Gehör gebracht.
Fünfjährige beeindruckt
Beeindruckend war dabei ein Solopart von Maria Bohdanov, der fünfjährigen Tochter des Chorleiters Ivan Bohdanov, die mit ihrer zarten Stimme glänzte und von den Besuchern im großen Pulk der Sänger und Sängerinnen nur gehört und nicht gesehen werden konnte. Den Riesenbeifall hatte sich die Kleine neben einem Plüschtier und einer Tasche Süßigkeiten redlich verdient. Auf eine Zugabe durften sich die vielen Besucher des eintrittsfreien Konzertes freuen. Freuen konnte sich auch der gastgebende Gesangverein, der am Ende der Veranstaltung um eine Spende für die musikalische Arbeit bat. Nach dem Konzert waren alle zum Verweilen in der Kirche eingeladen - für Essen und Getränke war bestens gesorgt.
Gießener Anzeiger
Stand:
Alis Canticum begeistert das Publikum in Laubach. Foto: Schütt-Frank © Schütt-Frank
Für den Auftritt von »Alis Canticum« in Laubach hagelt es Applaus. Sängerinnen und Sänger suchen noch Mitstreiter.
Laubach (jua). Das Abendkonzert des Chores »Alis Canticum« der Harmonie Münster versetzte die Besucher und Gäste in der Katholischen Heilig Geist Kirche in andere Sphären. Vom Publikum hagelte es dafür Applaus.
Mit »Procession Hodie« und den harfenartigen Klängen lief der Chor durch die Besucher auf die sogenannte Bühne. Mit »This Little Babe« und »Deo Gratias«, alles Lieder in mittelenglisch gesungen, hatte das Abendkonzert einen wunderbaren Konzerteinstieg. Pfarrer Ciprian Tiba stimmte mit den passenden Worten auf diesen wundervollen Abend ein. »Zuversicht, wo wir Sterne sehen, auch wenn der Himmel bedeckt ist«, so das Thema des Abends.
»Alis Canticum« wurde als Projektchor 2022 gegründet. Ein Jahr später erhielt er seinen Namen. Der Chor hat sich der etwas anspruchsvolleren Literatur verschrieben und für das Projekt »Der Tag, der alles veränderte« das »Requiem« von John Rutter einstudiert. Zusammen mit einem weiteren Ensemble aus Kiew, Sophia, und dem EKHN-Orchester kamen zwei Konzerte zur Aufführung. Das Konzert im neuen Jahr in Laubach schloss sich anspruchsvoll an. Die Sängerinnen und Sänger sind international. Ob aus Japan, der Ukraine, Polen, Gießen, Laubach, Mücke und aus Bobenhausen II, gemeinsam beeindruckten sie mit ihrem Gesang. Ivan Bohdanov ist mehr als ein Dirigent. Er war schon in der Ukraine sehr bekannt. Dann kam der Krieg auch in seine Heimatstadt Tschernihiw. Jetzt lebt er mit seiner Familie in Lich.
Die Gäste freuten sich über den hochklassigen Gesang aus Oper und Operette. Der Psalm 23 von John Rutter mit »The Lord is my Shephard« oder aus der Feder von Engelbert Humperdinck den Abendsegen oder von Felix Mendelssohn Bartholdy aus dem Oratorium Elias das »Engelterzett«, gesungen von einem Frauenquartett. Es war einfach nur Gänsehautfeeling an diesem Abend. Beim Frauenensemble sangen Viktoria Bohdanov, Andrea Eller, Christa Just und Liz Haack.
Geboten wurde eine breite Palette an Stilen und Emotionen.
Erzählt wurde auch die Geschichte der Heiligen Barbara und der Barbarazweige, denn intoniert wurden »Ich brach drei dürre Reiselein« oder auch das Kirchenlied »Stern, auf den ich schaue« und von Wolfgang Amadeus Mozart das Abendlied »Abendruhe«. Markus Lang trat als Solist mit dem wunderbaren Lied von Dietrich Bonhoeffer nach der Melodie von Siegfried Dietz »Von guten Mächten« auf, und begleitet wurde er am Klavier wie auch der Gesamtchor von Lena Margarethe Meyer.
Viktoria Bohdanov verzauberte als Solistin bei den ukrainischen Weisen »Rody Bojhe Jito« und »Minuit, crétiens« und man hörte »Bravo«-Rufe und »Ach wie schön« aus dem Publikum.
Mit lieblichen Liedern, die sich ganz verträumt anfühlten, wurde schon das Konzert-ende eingeläutet. Von Eric Whitacre erklang »The Seal Lullaby« und von Billy Joel »Lullaby«.
»Schtschedryk«, ein ukrainisches Volkslied wurde ausgesucht und bei uns ist es bekannt als »Carol of the Bells«.
Es gab für die Solisten und die Macher des Chores kleine Geschenke und viele Dankesworte. Auch Pfarrer Ciprian Tiba dankte dem Chor für die wunderbare Reise der Hoffnung und der Freude.
Die Chormitglieder würden sich über Zuwachs sehr freuen. Wer Interesse an gehobenem Chorgesang hat, kann sich unter [email protected] line.de oder per Telefon (0174/6642203) melden.
2024
Gießener Allgemeine Neuer Chor festigt Gemeinschaft
Stand:
Laubach (pm). Der Gesangverein Harmonie Münster hat einen Ausflug nach Fulda unternommen. 22 Erwachsene und vier Kinder machten sich mit dem Zug von Grünberg aus auf den Weg. Bei recht kühlen Temperaturen machte die Reisegruppe in Fulda eine Stadtführung, bei der die barocke Altstadt im Vordergrund stand. Man konnte schon die vielen Gerüche wahrnehmen, die vom Weihnachtsmarkt herüberwehten.
In der Wiesenmühle wurde das Mittagessen eingenommen. Der Besuch des Weihnachtsmarktes schloss sich an. Dort gab es viel zu bestaunen für die kleinen und großen Besucher. Auf einem Musikkarussell konnte man Platz nehmen und den Klängen einer Klarinette und Geige lauschen und in »atemberaubender Langsamkeit« gemütlich eine Runde drehen. Der Mittelaltermarkt im Hofe des Vonderau Museums bot unter anderem »Gesöff« an. Der neue Chor »Alis Canticum« der Harmonie Münster, konnte so seine Gemeinschaft festigen, und die Familien konnten sich kennenlernen. Nach dem ersten großen Projekt, dem Requiem von John Rutter, erarbeitet der Chor derzeit ein Abendkonzert, »Zuversicht, wo wir Sterne sehen, auch wenn der Himmel bedeckt ist«. Dieses findet am 5. Januar um 18 Uhr in der katholischen Kirche Laubach statt. Der Eintritt ist frei. F.: PM
Licher Wochenblatt - 20.09.2024
Der Tag , der alles veränderte
Lich (lbh). Ein Konzert der besonderen Art fand jetzt in der Marienstiftskirche in Lich statt. Unter dem Titel »Der Tag, der alles veränderte« gaben der Chor Alis Canticum aus Laubach-Münster, das EKHN-Orchester aus Bad Homburg und der ukrainische Chor Sophia aus Kiew eine Vorstellung des »Requiem« von John Rutter.
Unterteilt in sechs Abschnitte wechselte das Programm zwischen Gesang und Textlesung ab, immer mit Themen rund um den Krieg aus Perspektive des einzelnen Menschen. Projektmanagerin Andrea Eller begrüßte das Publikum mit einem Zitat von George Bernard Shaw: »Die Vorstellungskraft ist der Anfang der Schöpfung. Man stelle sich vor, was man will, man will, was man sich vorstellt, und schließlich erschafft man, was man will.«
Das deutete bereits die Themen des Abends in gewisser Weise an, die sich unter anderem darum drehten, wie es sich anfühlt, die Illusion der Sicherheit zu verlieren, wenn plötzlich ein Krieg im eigenen Land ausbricht und man sich in seiner Heimat nicht mehr sicher fühlen kann.
Der Schirmherr des Abends, Bundestagsabgeordneter Felix Döring, richtete Grußworte an das Publikum. Er wies auf den sehr persönlichen Bezug des Themas hin und darauf, dass das Publikum an einem solchen Abend das Ergebnis langer und harter Arbeit sieht und nur wenig von dem, was hinter den Kulissen stattfand.
Seien es nun die vielen Proben oder die Suche nach einem Orchester, das den Abend mitgestalten kann, oder die nach Sponsoren. »Jeder hat einen Tag, der alles veränderte und den er nicht vergessen kann.« Für einige hier sei dies natürlich insbesondere der 24. Februar 2022, der Tag, an dem der russische Angriff auf die Ukraine begann.
Die musikalische sowie religiös-liturgische Doppeldeutigkeit des Titels »Requiem« dürfte wohl ganz bewusst gewählt worden sein. So wies Heinz Sodke, der die textlichen Teile des Programms vortrug, darauf hin: »Requiem bedeutet Ruhe. Aber kein Requiem ist jemals für einen Toten geschrieben worden, sondern für die Lebenden.«
Danach bat er das Publikum, in einer Schweigeminute eine bestimmte persönliche Belastung auszuwählen, und diese für die Zeit des Programms und die Dauer des Abends loszulassen und zu vergessen. Anschließend begann der erste musikalische Teil des Abends mit einer Komposition von Ivan Bodhanov, bestehend aus drei Solo-Stücken, die in seiner eigenen Sprache Asfahaar geschrieben wurden und von Viktoria Bodhanov vorgetragen wurden.
Die Wahl dieser eigenen Sprache solle eine Personalisierung bewusst vermeiden, damit die drei Stücke für jeden Menschen der Welt ein Bezug haben könnten. Worum diese Stücke sich handeln, wurde bereits allein aus dem Titel ersichtlich: »Ein Wiegenlied, das ein Mädchen sich selbst singt, um einzuschlafen und Trost zu finden«, »Der Tanz einer Witwe, der in eine Beschwörung übergeht« und »Ein Begräbnisritual, das von einer alten Frau in Vorahnung ihres Todes durchgeführt wird«.
Die Zuhörer konnten sich also mithilfe des Titels ein eigenes, emotionales Bild dieser Lieder machen, ohne die Worte verstehen zu müssen. Der nachfolgende Teil, die erste Textlesung des Abends, wurde begleitet von lauten Geräuschen, die Explosionen darstellen sollten. Inhaltlich war der Text eine Art Anleitung, um während solcher Explosionen Ruhe durch bestimmte Atemtechniken zu bewahren, Durch die Geräusche verlief die Simulation durchaus plastisch ab und war für manch einen im Publikum sehr erschreckend. Neben dem Konzert gab es für die Besucher auch die Möglichkeit, vor und nach dem Programm die Ausstellung »Ungelesene Nachrichten« anzuschauen, die sich mithilfe von Geschichten und Darstellung von unterschiedlicher Szenen in kleinen Glaskästen und mit emotionalen Aspekten rund um das Thema Krieg drehte.
Publikum zu Tränen gerührt
Stand:
Das Premierenkonzert in der Licher Marienstiftskirche ist sehr gut besucht. Foto: Harmonie Münster e.V. © Harmonie Münster e.V.
Der Chor der »Harmonie« Münster absolviert rundum gelungene Auftritte in Lich und Darmstadt.
Laubach (red). Fulminates Konzertwochenende für die Harmonie Münster, Chor »Alis Canticum« im Einklang mit dem EKHN Orchester Bad Homburg und dem Kammerchor Sophia aus Kiew. Das Projekt, »Der Tag, der alles veränderte«, erlebte seinen Höhepunkt in zwei Konzerten.
In der voll besetzten Marienstiftskirche in Lich fand das Premierenkonzert statt. Nach der Begrüßung durch Organisatorin Andrea Eller richtete MdB Felix Döring, der die Schirmherrschaft für das Projekt übernommen hatte, Grußworte an das Publikum sowie an den Chor- und Orchesterdirigent, Ivan Bohdanov.
Heinz Sodke führte mit dem ersten literarischen Vortrag in den Beginn des Konzertes ein. Requiem bedeutet Ruhe. Aber kein Requiem wurde je für den Verstorbenen geschrieben, denn kein Verstorbener kann es hören. Doch die Lebenden, die Anwesenden, diejenigen, für die der Tod eine Bedeutung hat, sind in dieser Zeit des Umdenkens der wichtigsten Kategorien wie Leben und Tod äußerst empfänglich.
Der nächste Programmpunkt bestand aus »Frau Jedermann«. Drei Stücke, die Ivan Bohdanov anlässlich des Projektes komponiert hat. Solistisch vorgetragen von Viktoria Bohdanova, die sehr beeindruckend, in einer eigens für diese Werke erfundenen Sprache, ein Wiegenlied, einen Tanz einer Witwe und ein Begräbnisritual, zu ehren einer alten Frau, sehr bewegend zu Gehör brachte. Ein reiner, vokaler Gesangsvortrag, der sowohl sehr leise als auch ausdrucksstarke Dynamiken enthielt.
Im Anschluss kam das »Requiem« von dem zeitgenössischen Komponisten John Rutter zu Gehör. Der Chor »Alis Canticum« vereinte sich hierfür mit dem EKHN Orchester Bad Homburg. Gänsehaut war schon im ersten Satz »Requiem Aeternam« zu spüren. In allen Stücken waren die Dynamiken von Chor und Orchester zu hören und zu spüren und von Dolcegesang (engelsgleich) bis forte resoluto bei allen musizierenden zu sehen und zu spüren. Dem ruhig fließenden und zu Beginn mit einem wunderschön gespielten Cello Solo ( Wilhelm Wagner) »Out oft the deep« (Oh, Herr erhöre meine Stimme) folgte das liebliche, in weiten Teilen solistisch, sehr einfühlsam vorgetragene Stück von V. Bohdanova »Pie Jesu«. Der folgende Satz erklang angeführt durch hell klingende Sopranstimmen. Lamm Gottes »Agnus Dei« war ein ruhig liegender Satz, der beim Erklingen der letzten Takte ein Gefühl von Wärme und Geborgenheit versprühte.
Das liebliche Spiel von Oboe und Harfe ebnet den Weg der Soprane in ein klares, dolce gesungenes »The Lord is my Shepherd«. Es folgt im letzten Satz ein wunderschön gesungenes Solo von V. Bohdanova, in welches der Chor alsbald harmonisch einstimmte. Der erste und letzte Satz von »Lux Aeterna« gleichen einem Herzschlag, der durch den behutsamen, mystischen Klang der Pauken untermalt wird.
Heinz Sodke endete mit den Worten: »Denn genau Liebe und Mitgefühl sind das Bindemittel, das uns als einzelne Menschen zu einer Menschheit macht.« Die Harmonie zwischen Orchester und Chor verzauberte das Publikum. Einige waren am Ende zu Tränen gerührt. Es gab lang anhalten Schlussapplaus und Standing Ovations für Orchester und Chor. Das Publikum blieb noch lange sitzen, bevor es die Ausstellung »Ungelesene Nachrichten« besuchte, welche in neun liebevoll gestalteten Schaukästen mit Erklärungen in der Kirche aufgebaut war.
Auch das zweite Konzert in der Pauluskirche in Darmstadt nahm einen überaus guten Verlauf, mit Tränen am Schluss und Standing Ovations. Großer Dank ging an den BMCO Berlin für die Förderung des Projektes, die Unterstützer Felix Dörung, Sparkasse Grünberg und Frank Bernshausen. Die Harmonie Münster bedankt sich noch einmal bei allen Unterstützern und Besuchern der Konzerte.
Laubacher Anzeiger vom 18.9.2024
Der Tag, der alles veränderte!
https://epaper.giessener-allgemeine.de/gemeindeblatt/epa3642,96257,0,20
Von: Constantin Hoppe
Gießener Allgemeine
Ein außergewöhnliches Chorprojekt mit Sängerinnen und Sängern aus verschiedenen Ländern bereitet sich in Laubach auf seine Aufführung vor. Der Name ist Programm. »Der Tag, der alles veränderte« spielt auf den Ausbruch des Ukraine-Kriegs im Fe-bruar 2022 an.
Singen verbindet. Singen ist ein Erlebnis. Und Singen kann helfen, kulturelle Brücken zu bauen. Davon berichten Andrea Eller, Schriftführerin des Gesangsvereins Harmonie Münster und dessen neuer Chorleiter Ivan Bohdanov im Dorfgemeinschaftshaus Münster. Dort probt ein Projektchor mit Namen »Alis Canticum« gerade das »Requiem« von John Rutter ein. Es ist gewiss nicht der erste Chor, der sich dieses Stücks annimmt.
John Rutter ist ein zeitgenössischer englischer Komponist, der sich mit seinen bekannten Christmas-Carols in die Herzen der Menschen komponiert hat. Sein Requiem soll das zentrale Stück eines Konzerts mit dem Titel »Der Tag, der alles veränderte« im September werden. Das Besondere hier: Neben Sängerinnen und Sängern aus Laubach und Umgebung stimmen auch ukrainische Flüchtlinge und Musiker aus Polen und Japan mit ein.
Das Requiem soll an zwei Abenden am 7. und 8. September aufgeführt werden. Als ein Auftrittsort steht bereits die Pauluskiche in Darmstadt fest. Daneben soll ein zweiter Auftritt in Lich stattfinden - an welchem Ort genau, das steht noch nicht fest.
Der Name »Der Tag, der alles veränderte« spielt auf den 24. Februar 2022 an. Den Tag, als der Ukraine-Krieg ausbrach. »Dieser Tag hat für die Menschen in der Ukraine, in Deutschland und in ganz Europa alles verändert«, erklärt Eller.
Die Besucher erwartet nicht nur Musik, sondern auch »lehrreiche Aspekte« sagt Bohdanov. Texte und Ereignisse, die dazu zwingen, den Wert des Lebens und die Bedeutung des Todes zu überdenken. Bohdanov stammt aus der Ukraine, floh mit seiner Familie nach Kriegsbeginn nach Lich. »Wir alle wissen, was der Tod bedeutet. Wer aber den Krieg erlebt hat, der versteht das anders«, sagt Bohdanov. »Wir lebten in der langweiligsten Straße in unserer Stadt, wo nie irgendetwas passierte. Dann, eines Morgens, wurden wir von Explosionen geweckt.«
Veranstalter ist der Gesangverein Harmonie Münster, wie Eller im Gespräch mit dieser Zeitung erklärt. Sie engagiert sich nicht nur in der heimischen Chorszene, etwa als Vorsitzende des Chattia-Sängerbundes, sondern auch in der Hessischen Chorjugend. Und seit zwei Jahren unterstützt sie Geflüchtete aus der Ukraine - ein Grund, warum sie das Projekt mit Herzblut unterstützt.
Das Chorereignis solle viel mehr bieten, als nur »irgendeine« Aufführung des Requiems, berichtet Eller. So wird der Projektchor bei seiner Aufführung unterstützt durch den Kammerchor Sophia aus Kiew - einem der erfolgreichsten Chöre Europas. Zudem läuft derzeit die Suche nach einem professionellen Orchester, das die Aufführung begleiten soll.
Der Chor hofft, neue Sänger finden zu können, sagt Eller. Bei früheren Projekten hat das bereits geklappt. Ihre Aufrufe zur Teilnahme verhallten auch dieses Mal nicht ungehört: Bereits jetzt haben sich rund 40 Sängerinnen und Sänger in dem Projektchor zusammengefunden. »Man kann sich weiterhin jederzeit bei uns melden, wenn man mitmachen möchte«, sagt Eller.
Schirmherr der Veranstaltung ist der heimische Bundestagsabgeordnete Felix Döring. Ermöglicht wird das Projekt auch durch den Amateurmusikfonds. Der Chor hat aus dem Fonds eine Förderung von rund 10 000 Euro erhalten hat. Das reiche bei einem Projekt dieser Größe jedoch nicht aus, um alle Kosten zu tragen, erklärt Eller. Es werden Sponsoren gesucht. Die Hoffnung der Veranstalter fasst unterdessen Chorleiter Bohdanov zusammen: »Ich glaube«, sagt er, »dieses Projekt kann dabei helfen, andere Menschen und die Vielfalt auf der Welt besser zu verstehen und zu akzeptieren.«
Personen, die sich für den Projektchor interessieren, können sich an den Verein wenden, per Telefon unter 0 64 05/33 45 oder per E-Mail an [email protected].
2023
Laubach (tb). Das Benefizkonzert für den an Lymphdrüsenkrebs erkrankten fünfjährigen Tim Hofbauer aus Ruppertsburg stieß auf große Resonanz - nicht minder groß war die Spendenbereitschaft. Insgesamt 2790 Euro kamen zusammen, die soeben Andrea Eller namens des veranstaltenden Gesangvereins Harmonie Münster an die Familie Hofbauer überreichte. Mit dabei auch Bernd Köpge vom Sängerbund aus Ruppertsburg, der sich ebenso wie der VfB sowie der Obst- und Gartenbauverein aktiv in die Benefizveranstaltung eingebracht hatte.
Jennifer Hofbauer und ihr Mann Achim dankten herzlich. Wie sie berichteten, hat Tim die Chemotherapie gut überstanden, schlug bei der letzten Kontrolle der Tumormarker nicht an. Jetzt hofft die Familie, dass auch die nächste Kontrolle Ende November positiv ausfällt. Für diesen Fall wäre erst im Mai wieder eine Untersuchung nötig. Sofern auch diese gut verliefe, könnte Tim Ende nächsten Jahres, nach gut anderthalb Jahren des Kämpfens und Bangens, als geheilt gelten. Bliebe noch zu erwähnen, dass Vater Armin nach Abschluss der Chemotherapie und den häufigen Kontrollen inzwischen auch wieder einer geregelten Arbeit nachgehen kann.
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Laubach (tb). Ein besonderer Liedernachmittag, gleichsam Beweis gelebter Solidarität für die Familie Hofbauer, deren fünfjähriger Sohn Tim an Krebs erkrankt ist, ging am Sonntag im »ausverkauften« Bürgerhaus Ruppertsburg über die Bühne.
Der örtliche Sängerbund, der VfB sowie die Obst- und Gartenbauer, dazu Gastchöre aus der Umgebung engagierten sich bei Organisation und Programmgestaltung. Sämtliche Einnahmen aus der Bewirtung und der Inhalt der Spendenboxen (ein vierstelliger Betrag) gingen an die Familie, die sich mit ihren Kindern ebenfalls am Konzert erfreuen konnte.
Als Veranstalter fungierte die Harmonie Münster, deren Vorständin Andrea Eller auch die Moderation übernahm. Nach ihrem Grußwort eröffneten die Harmonie Voices das Konzert mit Nenas »Wunder geschehn«. »Auch das Schicksal und die Angst kommt über Nacht, / Ich bin traurig, gerade hab ich noch gelacht. / Und an sowas Schönes gedacht«, waren die beziehungsreichen ersten Zeilen. Späterhin kamen die Münsteraner nochmals mit »Die Gedanken sind frei« und weiteren Ausschnitten aus ihrem Repertoire auf die Bühne.
Auch ein Chor ukrainischer Kinder, die in Laubach Zuflucht gefunden haben, unterhielt die Gäste. Unter Leitung von Ivan Bohdanov sangen sie unter anderem »The Lion sleeps tonight«, »Ukraina tse ty« (»Die Ukraine, das bist du«) sowie »Das Lama«, das doch tatsächlich über die Bühne trabte. Klar, dass auch der Sängerbund Ruppertsburg sich an der guten Sache beteiligte, sein Heart Chor bot etwa Leonard Cohens wundervolles »Hallelujah« sowie zusammen mit dem Blueschor Laubach »Jesus be a fence« und mit den Harmony Voices »Only Time«. Der Blueschor hatte sich für den Nachmittag etwa »California Dreamin’« und »Summer- time Blues« ausgesucht. Der gemischte Chor aus Ruppertsburg, der unter anderem mit dem »Kaktus« überzeugte, die Bessinger Dorfspatzen mit Kostproben aus der Pop-Musik, der Boogie-Show-Tanz von Tanja Heieis und Werner Koop und das von allen gesungene »We are the world« rundeten das Programm ab. Dankesworte sprachen namens des Ortsbeirats und der evangelischen Gemeinde Artur Niesner sowie Bürgermeister Matthias Meyer, der ebenso wie Andrea Eller den Einsatz aller Akteure und Helfer würdigte.
Das Konzert war nicht das erste Beispiel für die große Hilfsbereitschaft für die Familie. Erinnert sei daran, dass bereits im Sommer Rebekka Frank-Dousa und Bernhard Jäger eine Spendenaktion für die Familie initiiert hatten (siehe GAZ vom 24. August). Deren Sohn Tim war mit Verdacht auf eine Magen-Darm-Erkrankung in die Uniklinik Gießen gekommen. Am Ende der Untersuchungen aber stand die erschütternde Diagnose: Lymphdrüsenkrebs.
Inzwischen, so Jäger, hat Tim die Chemotherapie hinter sich gebracht, muss aber noch zur Kontrolle nach Gießen. Also pendelt der Vater im Wechsel mit der Mutter weiter fast täglich zwischen der Uniklinik und Ruppertsburg. Dazu gilt es, den zweiten, auch erst achtjährigen Sohn nicht zu vernachlässigen und vieles andere zu organisieren.
Der Vater ist Alleinverdiener - an eine geregelte Arbeit und ein geregeltes Einkommen war bisher nicht zu denken. Verhindern, dass die eh nicht auf Rosen gebettete Familie auch noch »Haus und Hof verliert«, darum ging und geht es bei den Spendenaktionen. Laut Jäger hat Tim zum Glück die Chemo gut überstanden, könne der Vater wohl in einigen Wochen wieder einer geregelten Arbeit nachgehen.
Laubach (tb). Ein besonderer Liedernachmittag, gleichsam Beweis gelebter Solidarität für die Familie Hofbauer, deren fünfjähriger Sohn Tim an Krebs erkrankt ist, ging am Sonntag im »ausverkauften« Bürgerhaus Ruppertsburg über die Bühne.
Der örtliche Sängerbund, der VfB sowie die Obst- und Gartenbauer, dazu Gastchöre aus der Umgebung engagierten sich bei Organisation und Programmgestaltung. Sämtliche Einnahmen aus der Bewirtung und der Inhalt der Spendenboxen (ein vierstelliger Betrag) gingen an die Familie, die sich mit ihren Kindern ebenfalls am Konzert erfreuen konnte.
Als Veranstalter fungierte die Harmonie Münster, deren Vorständin Andrea Eller auch die Moderation übernahm. Nach ihrem Grußwort eröffneten die Harmonie Voices das Konzert mit Nenas »Wunder geschehn«. »Auch das Schicksal und die Angst kommt über Nacht, / Ich bin traurig, gerade hab ich noch gelacht. / Und an sowas Schönes gedacht«, waren die beziehungsreichen ersten Zeilen. Späterhin kamen die Münsteraner nochmals mit »Die Gedanken sind frei« und weiteren Ausschnitten aus ihrem Repertoire auf die Bühne.
Auch ein Chor ukrainischer Kinder, die in Laubach Zuflucht gefunden haben, unterhielt die Gäste. Unter Leitung von Ivan Bohdanov sangen sie unter anderem »The Lion sleeps tonight«, »Ukraina tse ty« (»Die Ukraine, das bist du«) sowie »Das Lama«, das doch tatsächlich über die Bühne trabte. Klar, dass auch der Sängerbund Ruppertsburg sich an der guten Sache beteiligte, sein Heart Chor bot etwa Leonard Cohens wundervolles »Hallelujah« sowie zusammen mit dem Blueschor Laubach »Jesus be a fence« und mit den Harmony Voices »Only Time«. Der Blueschor hatte sich für den Nachmittag etwa »California Dreamin’« und »Summer- time Blues« ausgesucht. Der gemischte Chor aus Ruppertsburg, der unter anderem mit dem »Kaktus« überzeugte, die Bessinger Dorfspatzen mit Kostproben aus der Pop-Musik, der Boogie-Show-Tanz von Tanja Heieis und Werner Koop und das von allen gesungene »We are the world« rundeten das Programm ab. Dankesworte sprachen namens des Ortsbeirats und der evangelischen Gemeinde Artur Niesner sowie Bürgermeister Matthias Meyer, der ebenso wie Andrea Eller den Einsatz aller Akteure und Helfer würdigte.
Das Konzert war nicht das erste Beispiel für die große Hilfsbereitschaft für die Familie. Erinnert sei daran, dass bereits im Sommer Rebekka Frank-Dousa und Bernhard Jäger eine Spendenaktion für die Familie initiiert hatten (siehe GAZ vom 24. August). Deren Sohn Tim war mit Verdacht auf eine Magen-Darm-Erkrankung in die Uniklinik Gießen gekommen. Am Ende der Untersuchungen aber stand die erschütternde Diagnose: Lymphdrüsenkrebs.
Inzwischen, so Jäger, hat Tim die Chemotherapie hinter sich gebracht, muss aber noch zur Kontrolle nach Gießen. Also pendelt der Vater im Wechsel mit der Mutter weiter fast täglich zwischen der Uniklinik und Ruppertsburg. Dazu gilt es, den zweiten, auch erst achtjährigen Sohn nicht zu vernachlässigen und vieles andere zu organisieren.
Der Vater ist Alleinverdiener - an eine geregelte Arbeit und ein geregeltes Einkommen war bisher nicht zu denken. Verhindern, dass die eh nicht auf Rosen gebettete Familie auch noch »Haus und Hof verliert«, darum ging und geht es bei den Spendenaktionen. Laut Jäger hat Tim zum Glück die Chemo gut überstanden, könne der Vater wohl in einigen Wochen wieder einer geregelten Arbeit nachgehen.
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Stand:
Von: Heinz-Gerhard Schütte
Der Gesangverein Harmonie Münster veranstaltete ein Benefizkonzert unter Beteiligung zahlreicher Chöre zugunsten der Familie Hofbauer aus Ruppertsburg, deren Sohn Tim an Krebs erkrankt ist.
Laubach (hgt). Der Gesangverein Harmonie Münster veranstaltete am Sonntag ein Benefizkonzert unter Beteiligung zahlreicher Chöre aus dem heimischen Raum zugunsten der Familie Hofbauer aus Ruppertsburg, deren Sohn Tim an Krebs erkrankt ist.
In einem vollbesetzten Dorfgemeinschaftshaus von Ruppertsburg konnte man ablesen, wie groß die Anteilnahme seitens Bevölkerung war. Auch Laubachs Bürgermeister Matthias Meyer reihte sich darin ein, dankte den Spendern und drückte der Familie sein Mitgefühl aus.
Festgestellt wurde die Krankheit bei dem fünfjährigen Jungen am 16. Mai 2023, an dem die Eltern von der Uniklinik Gießen den Bescheid bekamen, dass bei ihrem Kind nach intensiven Untersuchungen das Burkitt-Lymphom festgestellt wurde, eine aggressive, schnell wachsende Art von Lymphdrüsen-Krebs. Zunächst war man nur von einer Magen-Darm-Störung ausgegangen.
Extreme Belastung
Seitdem bekam Tim eine andauernde Chemotherapie und der alleinverdienende Vater war seit der Einlieferung Tag und Nacht bei ihm am Krankenbett. Die Mutter pendelt zwischen Klinik und Zuhause täglich hin und her, um die achtjährige Tochter nach der Schule zu betreuen und weitere Angelegenheiten zu regeln. Auf die Familie kommen dadurch finanzielle Belastungen zu, die sie schwerlich alleine stemmen können. Man ist erst am Anfang einer langen Therapie mit guten Chancen auf Heilung, die mit 80 Prozent angesetzt sind.
Gestaltet wurde das Konzert von den »Harmony Voices«, die nach dem Grußwort von Andrea Eller, die auch die Moderation übernahm, unter der Leitung von Sabine Spahn zu Beginn das Lied von Nena »Wunder geschehn« vortrugen und andere populäre Stücke von ihr sangen. Eingestreut wurde eine Tanzshoweinlage von Tanja Heieis und Werner Knoop. Der Kinderchor aus Münster unter der Leitung von Ivan Bohdanov brachte »Das Lama« von Heinz Erhardt und »The Lion Sleeps Tonight« zu Gehör. Der Gesangverein »Sängerbund« und Kinder, unter der Leitung von Hermann Wilhelmi, beteiligten sich ebenfalls mit vielen bekannten Stücken, wie »Hallelujah« und »You raise me up«. Außerdem intonierte der Laubacher Blues Chor mit seinem Dirigenten Hermann Wilhelmi »Jesus be a fence« und den »Summertime blues«. Dem schlossen sich die Bessinger Dorfspatzen unter Leitung von Robin Weber mit modernen Popstücken an. Alle zusammen interpretierten zum Abschluss das weltbekannte Stück von Michael Jackson »We are the World«. Auch die Ruppertsburger Vereine unterstützten das Benefizkonzert. Das DGH-Team übernahm die Getränkeversorgung vor Ort und der Obst- und Gartenbauverein bot an seinem Stand Most und Apfelsaft an. Sebastian Jacobi war für die Technik zuständig.
Ebenso standen Ortsbeirat und evangelische Kirche hinter dem Benefizkonzert, für die Artur Niesner Grußworte überbrachte. Der Eintritt war frei und die Erträge aus
dem Verkauf von Getränken, Kaffee und Kuchen flossen in den Spendentopf. Die Mutter von Tim, Jennifer Hofbauer, war am Ende sehr gerührt, konnte kein große Rede halten und sprach ihren Dank
aus
